Top 5





Top 5 klassische Hochtouren

Klassischer Alpinismus in dünner Luft, auf Felsgraten oder Firnschneiden.
Grands-Montets-Grat
  1. Mont Blanc, Innominata-Grat: Eine beeindruckende Linie durch die furchteinflössende Südwand des Mont Blanc, durch die abgeschiedene Lage fast schon Expeditions-Charakter. Der Fels ist fast überall fest, die Kletterei spannend, mit vielen kombinierten Passagen. Ein absolutes Muss für jeden Alpinisten! Artikel hier.
  2. Mont Blanc du Tacul, Teufelsgrat: Zuerst ein steiler Firnaufstieg, danach ein wilder Ritt über die fünf Granittürme. Der Fels ist steil und die Kletterei exponiert, mit imposanten Tiefblicken auf beide Seiten. Abstriche müssen höchstens wegen der starken Frequentierung gemacht werden. Artikel hier.
  3. Aiguille Verte, Grands-Montets-Grat: Obschon nicht in Batoux' "Plus belles courses"-Buch aufgeführt, finde ich diese Tour etwas vom Besten im Mont-Blanc Gebiet. Die Kletterei im oberen Teil des Grates ist wirklich genial und technisch anspruchsvoll. Dazu kommt die logistische Herausforderung des Verte-Abstieges. Wenn man diese Tour gepackt hat, ist man wirklich ein Bergsteiger! Artikel hier.
  4. Weisshorn, N-E Traverse: Die einzige Tour in der Schweiz auf diese Top 5-Liste! Aber eine solch eindrückliche Firnschneide wie die des Weisshorn Nordgrates, garniert mit kurzen, spannenden Kletterstellen, sucht im Alpenraum wohl Ihresgleichen. In Kombination mit dem Ostgrat ergibt sich ein nachhaltiges Bergerlebnis, das man auch am nächsten Tag noch spüren wird.
  5. Mont Maudit, Kuffnergrat: Fotokamera einpacken obligatorisch! Der Sonnenaufgang, welcher den berühmten 'Demi-Lune' rot aufleuchten lässt, das dunstige Aostatal zu Füssen - Emotion pur. Am besten unternimmt man die Tour von der Torino-Hütte aus, um so das hässliche Fourche-Biwak zu vermeiden.

Top 5 Eiswände

Hier darf gerne auch ein zweites Eisgerät sowie ein Sortiment an Eisschrauben mit. 
Piz Palü, Spinas-Pfeiler
  1. Droites, Colton-Brooks: Natürlich Platz 1 für dieses gigantische Kaleidoskop aus Fels, Eis und Schnee. Anhaltend schwer, anhaltend gut. Allerdings sollte man die Tour nur bei wirklich guten Verhältnissen unternehmen, und so oft gibt es die nicht. Artikel hier.
  2. Courtes, Schweizerführe: Eine 900m-Wand, die im unteren Teil mit steiler Styropor-Kletterei und im oberen Teil mit klassischem Firn aufwartet. Abwechslungsreich und eindrücklich. Auch der Abstieg über die lange NE-Flanke ist nicht zu unterschätzen. Artikel hier.
  3. Piz Roseg, NE-Wand: Vielleicht hatten wir damals nicht den leichtesten Weg erwischt, aber gerade der Felsriegel in der Wandmitte, welcher mit spannender Mixedkletterei aufwartete, macht hier der Reiz der Tour aus. Auch sonst eine klasse Tour auf diesen schönen Gipfel im Bernina-Gebiet.
  4. Gletscherhorn, Welzenbach: Die düstere, ernste Wand im Berner Oberland. Schon der 1800hm-Zustieg erfordert Vollgas, die Wand inklusive Direktausstieg auf den Gipfel ist dann noch eine Liga schärfer. Bei guten Verhältnissen (und nur dann) ist die Tour allerdings ein Hochgenuss. Artikel hier.
  5. Aiguille Chardonnet, Migot-Sporn: Quasi die perfekte Einsteiger-Nordwand: Nicht anhaltend und nicht wirklich exponiert, hat die Wand aber dennoch alles was eine grosse Tour ausmacht, nämlich eine kurze Gully-Passage, einen steilen Firnaufstieg, und einen schönen, kurzen Gipfelgrat. Und natürlich die Emotionen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Sporn seitlich im goldenen Licht erstrahlen lassen. Artikel hier.

Top 5 klassische Felstouren

Diese Touren atmen den Geist unserer Vorväter: Als man noch mit Hut und Hanfseil losgezogen ist, um die ganz grossen Abenteuer jener Zeit zu erleben. Und ja, die Touren bieten auch heute noch viel Abenteuer und Erlebnis!
Aig. Plan, Ryan-Grat
  1. Aiguilles de Chamonix, Traverse: Eine aussergewöhnliche Tour - man klettert zwei Tage lang über die wilden Felszähne der Aiguilles de Chamonix, dazwischen ein garantiert unvergessliches Freiluftbiwak hoch über dem Arve-Tal. Der Fels ist praktisch überall einwandfrei, und den drückend schweren Rucksack vergisst man ob den grandiosen Weit- und Tiefblicken. Artikel hier.
  2. Salbit, Westgrat: Eine Granit-Orgie par excellence. Und ja, der Fels ist wirklich vom ersten bis zum letzten Meter genial und wartet mit abwechslungsreicher Riss- und Verschneidungskletterei auf. Steht man nach den über 33 Seillängen auf dem Gipfel, die Arme gefühlte 5cm länger als sonst, dann ist garantiert ein Bergsteiger-Traum in Erfüllung gegangen. Artikel hier.
  3. Aiguille de Plan, Ryan-Grat: Irgendwo zwischen Klettertour und Hochtour angesiedelt, ist diese Tour ein spannender Hochgenuss vom ersten bis zum letzten Meter. Der Fels ist vom Feinsten, und die Emotionen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den roten Granit erwärmen, machen die Tour garantiert unvergesslich. Aber Achtung, ganz einfach ist die Tour nicht zu haben, denn das Zeitfenster im Frühsommer ist nicht so gross: im Hochsommer ist der Zustieg über die gigantischen Schründe wohl kaum mehr möglich. Artikel hier.
  4. Grépon, Mer de Glace: Der bekanntere Bruder vom Ryan-Grat. Im Fels noch etwas länger und in der Schlüsselstelle noch ein Tick schwerer, dafür weniger anspruchsvoll im kombinierten Gelände. Aber auch hier gilt, dass die Kletterei über grosse Strecken richtig gut ist. Allerdings ist man hier im Gegensatz zum Ryan-Grat wohl selten alleine unterwegs. Artikel hier.
  5. Tällistock, Inwyler-Bielmeier: Die einzige Kalktour auf dieser Liste wartet mit festem Fels und für eine klassische Linienführung erstaunlich steiler und exponierter Kletterei auf. Leider hat bei meiner Begehung vor einiger Jahren der berüchtigte Wendennebel die Wand den ganzen Tag lang eingehüllt und der Tour so die Ausgesetztheit geraubt. Für mich definitiv ein Grund, die Tour ein zweites Mal ins Auge zu fassen!

Top 5 Gullies

Die Gully-Kletterei ist eigentlich Eisklettern in grosser Höhe - typischerweise nicht an einjährigem Wassereis, sondern in Styroporschnee oder Nordwandeis. Eine noch junge Spielart des Alpinismus, die aber sehr reizvoll ist!
Pélérins, Rebuffat-Terray
  1. Col E du Requin, Sorensen-Eastman: Die Wahl fällt mir nicht leicht, doch wahrscheinlich war dieser Gully, einer der Ersten den ich geklettert bin, auch der Beste von allen. Die Kletterei ist anhaltend und wirklich abwechslungsreich, die athletische Crux klettert sich schon fast wie ein Eisfall. Dazu kommt das eindrückliche Ambiente in dieser dunklen Felskessel. Artikel hier.
  2. Mont Maudit, Baxter-Jones: Wirklich ganz grosse Klasse ist dieser Nordwand-Gully am Mont Maudit. Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen das Wassereis und erlauben so eine prächtige Hackerei im weichen Eis. Dazu kommt, das man nach oben aussteigt und sogar die Option hat, auf den Gipfel des Maudits zu gelangen (was wir damals aber nicht gemacht haben). Artikel hier.
  3. Aiguille Pélérins, Rebuffat-Terray: Mein schwerster Gully war auch gleichzeitig einer meiner besten Eistouren. Was diese Tour vor allem auszeichnet, ist die Länge und Homogenität der Kletterei. Man ist wirklich einen vollen Tag lang in anspruchsvollem Gelände unterwegs, und die teils langen Runouts erfordern eine solide Psyche. Definitiv kein Ziel für Anfänger! Artikel hier.
  4. Pointes Lachenal, M6 Solar: Ich habe mittlerweile schon eine ganze Menge von diesen kürzeren "Seilbahn-Gullies" geklettert, und die Wahl fällt mir nicht leicht. Die M6 Solar bietet von allen Gullies vielleicht die homogensten Kletterei. Obschon nur vier Seillängen lang, ist jede Seillänge einzigartig - von athletischem Gehangle über klassische Eiskletterei bis zu Mixed-Gekratze wird das volle Programm geboten. Artikel hier.
  5. Mont Blanc du Tacul, Supercouloir: Hätte ich die Tour damals über den Direkteinstieg bis auf den Gipfel geklettert, wäre es wohl ein unangefochtener Platz 1. Nichtsdestotrotz, auch der Felseinstieg (in Kletterfinken!) hat was für sich, der Wechsel vom warmen, soliden Fels ins kalte, blaue Eis ist wirklich cool. Und eben, aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Artikel hier.

Top 5 Eisfälle

Gerade nach dem einmal mehr viel zu warmen Winter schwelgt man gerne in den Erinnerungen an die gute alte Zeit, wo der Winter noch richtig Winter war. Ist das Eisklettern eine aussterbende Sportart?
Der Autor im Zanai, Azzurro
  1. Breitwangflue, Crack Baby: Natürlich, keine Überraschung auf dem ersten Platz :). Auch für mich ist der 'schönste Eisfall der Schweiz' natürlich das absolute Highlight. Es gibt einfach keine vergleichbare Tour, die derart lang, homogen und ausgesetzt ist. Wenn da nur nicht die Heerscharen von anderen Leuten wären, die dies ebenfalls wissen... Artikel hier.
  2. Gasterntal, Black Nova: Das ist einfach eine geile, wilde Tour! Gigantisches Ambiente in dieser tiefen Schlucht, wo jeder Pickelschlag gleich einem Donner widerhallt und man sich auf dem Weg in die Hölle wähnt. Dazu kommt, dass die Kletterei in der Crux so richtig cool ist, mit riesigen Blütenblättern und kurzen Überhängen. Artikel hier.
  3. Avers, Thron: Ich habe etwas gezögert, diese Tour auf die Top 5-Liste zu nehmen, nach meinem Fast-Unfall im 2014. Aber klar, die Linie ist und bleibt genial, die Headwall mit gegen 80 anhaltend senkrechten Metern sucht Ihresgleichen. Allerdings, man sollte wirklich nur bei anhaltend kühlem Wetter einsteigen und wenn möglich am frühen Nachmittag, wenn die ersten Sonnenstrahlen das Eis treffen, bereits fertig mit Abseilen sein.
  4. Spiggengrund, Grosser Spiggenfall: Was diese Tour besonders auszeichnet, ist, dass es eben keine 'Parkplatz-Kletterei' ist, sondern dass zuerst ein langer Zustieg in den einsamen Spiggengrund notwendig ist, bevor man den Gurt anziehen kann. Dann allerdings erwartet einem eine extrem lange und abwechslungsreiche Klettertour mit tollen Aus- und Tiefblicken. Am besten plant man gleich ein Winterbiwak ein und klettert noch eine der anderen Touren in diesem Kessel. Artikel hier.
  5. Cogne, Repetance Super: Die Paradetour in Cogne darf natürlich nicht fehlen auf dieser Liste! Steil, ausgesetzt, athletisch, aber dank der schattigen Lage und des oftmals soliden Eisaufbaus auch sicher. Leider habe ich bis jetzt noch nie die Tour ganz nach oben geklettert, diese Scharte muss noch ausgewetzt werden. Artikel hier.

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